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Kirchen & Kapellen

St. Helena Kirchlein

St. Helena Kirchlein
Ort: Deutschnofen
Der reiche Freskenschmuck von St.Helena gilt als ein Hauptwerk der Bozner Malerschule um 1400. Kunsthistoriker verweisen auf enge Beziehungen zu den Wandmalereien in der Pfarrkirche Terlan und zu jenen von St. Katharina in Völser Aicha. Das Niederthorische Wappen am Triumphbogen berichtet zur Annahme, dass die Bemalung von St. Helena – genau wie in Terlan – durch einen Auftrag dieses Geschlechtes zustande kam. Die Niederthor waren lange Zeit übertüncht. Sie wurden anlässlich ihrer Freilegung 1885 und bei einer Restaurierung im Jahre 1938 zum Teil aufgefrischt und ergänzt an den Außenwänden sieht man an der Fassade St. Helena, St. Christopherus und eine Kreuzigungsgruppe, an der Südwand gegen die Apsis zu Maria mit dem Kind und die drei hl. Jungfrauen Katharina, Barbara und Margareth.

Im Inneren zeigen die Gewölbefresken im Langhaus die vier Evangelisten mit ihren Symbolen und jeweils einen Ausschnitt aus ihrem Evangelium. In der Apsis thront Christus als Weltenrichter, umgeben von den Evangelistensymbolen. Die Reihe der zwölf Apostel darunter ist bei einer späteren Verbreitung der Fenster teilweise zerstört worden. Der Triumphbogen zeigt gegen das Schiff zu dem Opfer Kains und Abels und an der Laibung Szenen aus der Schöpfungsgeschichte. An den Seitenwänden des Langhauses sind Bilder aus dem Leben der Gottesmutter und aus der Kindheit Jesu freigelegt: die Verkündung, der Besuch Mariens bei Elisabeth, Maria und Josef, die Anbetung der Könige, die Darstellung im Tempel, die Flucht nach Ägypten. An der Westwand, dem Altar gegenüber, sind St. Helena, St. Sebastian, eine Verkündung und die Bischöfe Ulrich und Wolfgang dargestellt.

Die Kirche ist in ihren Grundzügen romanisch und reicht wahrscheinlich ins 12. Jahrhundert zurück. Das kleine, derbe Steinrelief außen rechts an der Fassade stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahre 1410 wurde die Kirche nach Fertigstellung der Bemalung neu eingeweiht. Um 1500 erhielt der Turm die breiten Spitzbogenschallfenster, während die tiefer sitzenden gekuppelten Rundbogenfenster vermauert wurden. Der Altaraufbau ist in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden; das Altarbild ist mit „J. G. Plazer 1723“ signiert.

St. Helena steht der Sage nach auf Silberstufen. Die Überlieferung berichtet von uralten Bergbautätigkeiten in nächster Umgebung, der Kirche. G. Innerebner verzichtet den Kirchhügel unter den Urzeitsiedlungen als vermutliche Kult- und Ortungsstätte.

Eine ausführliche Beschreibung und Deutung der Fresken bringt der Farb-Kunstführer SB 21 (M. Frei) „St. Helena bei Deutschnofen“.

Zugang: sollte immer zugänglich sein, wenn nicht kann man den Schlüssel nur beim Hof holen.


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